Geschichte der Feurwehr Großharthau

Das Löschwesen vor 1923

Großharthau hat es mit Sicherheit bereits im Mittelalter ein Löschwesen gegeben, dies ist aber nicht nachweisbar. Nach dem verheerenden Ortsbrand vom 15. August 1793, bei dem der gesamte Ortskern bis auf 1 oder 2 Häuser niederbrannte, wurde am 02. Juni 1798 eine Feuerspritze beim Raths-Wasser-Bau-Inspektor, Roth-Stück und Glocken-Gießer wie auch vorzüglicher Spritzenbauer der Königl. Sächs. Ocon. Gesellschaft ordentlichem Mitgliede Johann Nicolaus Gottlob La Mare (wie er auf dem Grabstein bezeicht wird) in Dresden für 130 Taler gekauft. Somit nehmen wir das organisierte Löschwesen mit dem Jahr 1798 in unserem Ort an, da die Kaufurkunde der Feuerspritze uns als Nachweis vorliegt.


im 19. Jahrhundert begann, mit dem Bau der Eisnbahnstrecke Dresden- Görlitz, der Wandel vom rein landwirtschaftlichem Ort zum Industriestandort.
In dieser Zeit siedelten sich Größere Betriebe, wie die Holzwarenfabrik Lange und die Schuhfabrik Rau und Vogel,
im Bahnhofsviertel an und stellten Betriebsfeuerwehren auf.
So besaß die Feuerwehr der Firma Lange eine Dampfspritze, die auch im Umfeld der Fabrik, wie zum Beispiel auf den Bahnhof, ausrückte.

Im Jahr 1993 baute man das Spritzenhaus in der Straße der Einheit

1915 musste eine Pferdespritze kriegsbedingt verschrottet werden, da das Buntmetall benötigt wurde.

1916 wurde eine neue Spritze als Ersatz angegeschafft

Die Freiwillige Feuerwehr Großharthau

Die Freiwillige Feuerwehr Großharthau wurde am 08.12.1923 im Gasthaus „Zschiedrich“ gegründet.
Zu dieser Versammlung waren 24 aktive Kameraden und 6 fördernde Mitglieder anwesend.
Ein weiteres Versammlungslokal nach der Gründung der Feuerwehr, war damals das Gasthaus „Rüdrich“.
Größere Veranstaltungen fanden auf den Sälen in der  Gaststätte „Zur Erholung“ oder der in der Gaststätte „Zum Kyffhäuser“ statt.


Zuerst standen der Feuerwehr zwei Handdruckspritzen für Pferdezug zur Verfügung.
Im Jahr 1929 wurde die erste Motorspritze vom Typ Nixe von der Firma Schöne  gekauft,
welche aber auch noch von einem Pferdegespann gezogen wurde.

1925 erfolgte die Anschaffung einer fahrbaren Schiebeleiter, Baujahr 1892, welche von Größrohrsdorf angeboten wurde.
Die Schiebeleiter wurde 1931 überholt und neu gestrichen.

Am 28.10.1933 wurde die Wehrführung aufgelöst und durch das Gleichschaltungsgesetz in ihr Amt wieder eingesetzt.
Damit war die Feuerwehr der Polizeibehörde unterstellt.
1933 wurde ein Antrag zum Kauf eines Kraftwagens von den Kameraden abgelehnt.
Erst 1938 konnte die Gemeinde einen großen Pkw, vom Typ Mercedes Benz 630K Baujahr 1928,  als Zugfahrzeug für die Feuerwehr anschaffen.
Dieser ging jedoch in den letzten Kriegstagen wieder verloren.

( die beiden Bilder eines baugleichen Fahrzeugs wurden uns freundlicher Weise von Traumautoarchiv.de zur Verfügung gestellt.)


Von 1924 bis zum 2. Weltkrieg besaß unsere Feuerwehr einen eigenen Musikzug.
Die Instrumente sind jedoch zwischen 1960 und 1970 abhanden gekommen.

Für die Kameradschaftskasse führte die Feuerwehr Anfang der 30iger Jahre Theaterstücke auf.
1953 wurde eine Laienspielgruppe der Feuerwehr gegründet, welche bis 1959 bestand.
In ihr spielten Kameraden, deren Ehepartner und auch die Kinder von Feuerwehrleuten.
Gespielt wurde in der Gaststätte „ Zur Einheit“, heute wieder „Zum Kyffhäuser“.

In dieser Zeit bis 1990 war die „Einheit“ das Hauptlokal für Versammlungen und geselligen Veranstaltungen der Feuerwehr.

1942 wurde eine Handdruckspritze abermals zu Kriegszwecken vererschrottet.

Nach dem 2. Weltkrieg, in welchem 18 aktive Kameraden und 1 passiver Kamerad ihr Leben ließen,
organisierte sich die Feuerwehr sehr schnell. Verschiedene Unternehmen im Ort
stellten ihre größeren Fahrzeuge der Feuerwehr zu Löscheinsätzen zur Verfügung.

Am 9.Juli 1955 wurde wieder ein Pkw gekauft und zu einem Feuerwehrauto umgebaut.

Das Fahrzeug im heutigen Zustand nach der Restaurtion

Bezahlt wurde dieses Fahrzeug aus Spenden der Bevölkerung und aus den Erlösen von Theateraufführungen der Feuerwehr.

1958 wurde für die Feuerwehr ein neuer Steigerturm gebaut.
Der Alte an der Schule musste abgerissen werden.

Am 6. Juni 1959 erhielt unsere Feuerwehr das erste richtige Löschfahrzeug vom Typ LKW-LF8-TS8-STA „Garant“.
Durch dieses Fahrzeug musste das Gerätehaus umgebaut werden. Dafür leisteten die Kameraden viele freiwillige Aufbaustunden.

Feuerwehrsportwettkämpfe gehörten in den 60iger Jahren zur Ausbildung der Feuerwehr.
Im Vergleich mit anderen Wehren belegten unsere Kameraden immer vordere Plätze.
Dazu wurde im Park eine Hindernisbahn gebaut, welche jedoch in den 80iger Jahren wieder abgerissen wurde.

In den 60iger Jahren begann auch wieder die organisierte Nachwuchsarbeit
mit der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer„. Die Nachwuchsarbeit gehört,
bis auf eine kurze Unterbrechung Ende der 70iger Jahre, zum festen Bestandteil unserer Feuerwehr.

Dem LF8 „ Garant“ folgte am 6. Mai 1971 ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF8-TS8-STA „Robur LO“.

Am 26.Juni 1993 erhielt unsere Feuerwehr anlässlich des 70jährigen Bestehens ein Tanklöschfahrzeug
TLF 16/25 „Mercedes Benz“ kostenlos von der Partnergemeinde Schwieberdingen aus Baden-Württemberg.

Im Jahr 1997 bezog unsere Feuerwehr am 20.September nach einjähriger Bauzeit ein neues und größeres Gerätehaus.

Höhepunkt des 80. Gründungsjubiläums war die Indienststellung des Löschfahrzeuges LF 16-H am 31.August 2003.
Dieses Fahrzeug erhielten wir am 29.Juni 2003 ebenfalls von unserer Partnerfeuerwehr Schwieberdingen.
Auch für dieses Fahrzeug brauchte unsere Gemeinde kein Geld ausgeben.

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Feuerwehr war die Anschaffung der ersten Feuerwehrtraditionsfahne am 07. November 2004 und

deren Segnung am 10. Juli 2005 in der Kirche Großharthau durch Pfarrer Helbig.